Keine Schnellschüsse beim Waffenrecht: Sportschützen sind keine Verbrecher Geplante Änderungen benachteiligen unbescholtene Bürger massiv

Nach dem Anschlag von Halle soll das Waffenrecht geändert werden. Der Bundesrat hat bereits einen entsprechenden Entwurf verabschiedet, der im Vergleich zum Entwurf des Innenministeriums deutliche Verschärfungen vorsieht und in der Regel unbescholtene und gesetzestreue Bürger, nämlich unsere Sportschützen, massiv benachteiligt.

Kein Wunder also, dass die Schießsportverbände auf die Barrikaden gehen, eine Enteignung und massive Beeinträchtigung des Sports durch die geplanten Änderungen beklagen. Vor allem die fortlaufende und stete Prüfung für jede im Besitz eines Sportschützen befindliche Waffe stellt einen immensen, kaum leistbaren Aufwand dar. Denn jetzt muss die Sportschützeneigenschaft nicht mehr im Allgemeinen nachgewiesen werden, sondern mit jeder einzelnen Waffe 18 Schießtage in einem Zeitraum von drei Jahren. Viele Sportschützen besitzen mehrere Waffen für die unterschiedliche Disziplinen – so dass sie die geforderten Nachweise allein zeitlich nur noch sehr schwer erbringen können und obgleich sie jahrzehntelang unbeanstandet Waffen nach der Sportordnung besitzen durften, nun ihre Waffen abgeben müssten.

Das deutsche Schützenwesen ist nicht nur Sport, sondern gleichzeitig auch gelebtes Vereinswesen, Traditions- und Brauchtumspflege sowie ehrenamtliches und soziales Engagement – und eben deshalb 2015 auch als immaterielles Kulturerbe durch die Deutsche UNESCO-Kommission anerkannt worden. Gerade vor diesem Hintergrund ist es nicht hinnehmbar, dass in die Rechte unserer Sportschützen nun derart unverhältnismäßig eingegriffen werden soll.

Sportschützen sind keine Terroristen oder Verbrecher. Straftaten werden in der Regel auch nicht durch Täter mit zugelassenen Waffen begangen sondern vielmehr mit illegal beschafften oder wie bei dem schrecklichen Anschlag in Halle sogar mit selbstgebastelten Waffen und Waffen aus dem Darknet.

Und genau deshalb muss der Gesetzgeber auch unterscheiden und darf keine Schnellschüsse beim Waffenrecht abgeben. Für Sportschützen, ihre Vereine und Landesverbände aber auch die Waffenbehörden bedeutet die Neuregelung einen enormen Bürokratie- und Kostenaufwand. Ein effektiver Nutzen ist nicht ersichtlich.

Daher werde ich mich im Rahmen der mir als fraktionslosem Abgeordneten zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, auf eine Korrektur der geplanten Gesetzesverschärfung oder auf den Verzicht der Änderung hinwirken.