Datenmissbrauch-Skandal bei Amazon

Datenmissbrauch-Skandal bei Amazon: Gutachten beim wissenschaftlichen Dienst des Bundestages angefordert Bundestagsabgeordneter Uwe Kamann lässt Vorgehen von Amazon prüfen

Aktuellen Medienberichten zufolge soll Amazon ohne ausdrückliche Einwilligung und Information aufgezeichnete Gespräche von Alexa-Nutzern mitgehört und ausgewertet haben. Für Uwe Kamann, MdB und Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda des Bundestages, ist das nicht hinnehmbar:

„Sollte sich herausstellen, dass Amazon derart unverfroren in die Privatsphäre seiner Kunden eindringt und damit auch massiv gegen den Datenschutz verstößt, muss das Konsequenzen haben. Ich werde im Bundestag ein Gutachten beim wissenschaftlichen Dienst anfordern und mich mit den Ausschussmitgliedern der anderen Fraktionen abstimmen, um das Thema auch auf die Tagesordnung des Ausschusses Digitale Agenda setzen zu lassen. Gerade ein so großes Unternehmen mit einer weitreichenden Marktmacht ist im Umgang mit den Nutzerdaten seiner Kunden verpflichtet, den Datenschutz sicherzustellen und die Privatsphäre seiner Kunden zu achten. Zu prüfen wäre auch, inwiefern Konzerne wie Apple und Google bei ihren Sprachassistenten verfahren. Im Übrigen hielte ich es auch für richtig, die aktuellen Vorgänge auch bei der kartellrechtlichen Prüfung der marktbeherrschenden Stellung von Amazon mit zu berücksichtigen.

Gleichzeitig ist die Gefahr groß, dass in- und ausländische Nachrichtendienste diese technischen Möglichkeiten auch nutzen. Jedem muss bewusst sein, dass staatliche Stellen und auch jeder, der das Knowhow dazu mitbringt, in der Lage ist, jeden einzelnen Nutzer abzuhören. Der große Lauschangriff ist dadurch nicht mehr nur reine Theorie. Ich kann jedem Bürger nur raten, ernsthaft darüber nachzudenken, ob er solche Geräte aus Bequemlichkeit wirklich nutzen will.“