Uwe Kamann im Interview mit dem Deutschlandfunk

Im Dezember vor genau einem Jahr ist der Bundestagsabgeordnete Uwe Kamann aus der AfD ausgetreten. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erläutert er, warum seine Entscheidung die einzig richtige war. Das ganze Interview zum Nachhören finden Sie hier:

https://www.deutschlandfunk.de/bundestagsabgeordneter-ex-mitglied-kamann-wirft-afd.1939.de.html?drn:news_id=1085507

Entlastung für Sportschützen bei Änderung des Waffengesetzes

Morgen wird im Bundestag über die Änderung des Waffengesetzes endgültig abgestimmt. Der Gesetzentwurf hatte im Vorfeld für Aufruhr bei den Verbänden gesorgt, weil die ursprünglich vorgesehenen Änderungen Sportschützen, Jäger und Sammler über Gebühr belastet hätten.

Nach unzähligen Briefen und Mails der Schützen an die Bundestagsabgeordneten, vielen Gesprächen mit den Verbänden und Sicherheitskräften sowie einer Sachverständigenanhörung hat der Innenausschuss in seiner gestrigen Sitzung die harten Regelungen zur Bedürfnisprüfung endlich nachgebessert. Künftig soll das Bedürfnis für den Waffenbesitz von den zuständigen Behörden alle fünf Jahre überprüft werden. Sportschützen müssen bei der Folgeprüfung alle fünf bzw. zehn Jahre nach Ersterlaubniserteilung nur noch für jede Waffengattung (Kurz- oder Langwaffe) und nicht wie im ursprünglichen Entwurf vorgesehen für jede Waffe erbringen. Nach zehn Jahren genügt der Nachweis der fortbestehenden Mitgliedschaft in einem Verein.

„Ich begrüße die Entschärfung dieser Regelungen ausdrücklich“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Sportschütze Uwe Kamann im Vorfeld der Bundestagsabstimmung. „Die Neuregelung war notwendig und geboten, weil unsere Sportschützen sonst völlig zu Unrecht derart gemaßregelt worden wären, dass sie kaum mehr in der Lage gewesen wären, ihren Sport überhaupt auszuüben. Zudem sind es gerade nicht die Legalwaffenbesitzer in Deutschland, die in der Regel straffällig werden oder terroristische Anschläge verüben.

Daher freue ich mich darüber, dass sich die Koalitionsfraktionen im Ausschuss auf einen gangbaren Kompromiss geeinigt haben. Sinn der Gesetzesänderung ist vor allem, den illegalen Zugang zu Schusswaffen zu erschweren, eine vernünftige und umfassende Rückverfolgung von Waffen zu ermöglichen und terroristische Anschläge zu verhindern. Gesetzestreue Bürger aber mit neuen Maßregelungen und bürokratischen Maßnahmen zu überziehen, hätte dazu nicht beigetragen.“

Grundsätzlich sei die Neuregelung des Waffengesetzes im Ganzen nicht zu beanstanden, solange sie unbescholtene Bürger nicht benachteilige. Gleichwohl sei aber auch die Notwendigkeit weiterer Änderungen nicht hinreichend geprüft worden. Insbesondere habe sich die Anzahl der gestohlenen legalen Waffen in den letzten vier Jahren fast verdoppelt, was die Frage aufwerfe, inwieweit die Regelungen zur Aufbewahrung und Transport von Waffen noch ausreichend seien.

„Das Bundesinnenministerium hat auf meine schriftliche Anfrage hin aktuell laut Nationalem Waffenregister 6462 legale Waffen als „abhandengekommen durch Straftat“ registriert, 2015 waren es noch 3552. Ganz offensichtlich besteht auch hier ein gesetzlicher Änderungsbedarf, insbesondere auch was die Erfassung zu den Umständen der durch Diebstahl abhandengekommen Waffen betrifft.

Wir haben aktuell strenge Regelungen, wie und wo Schusswaffen gelagert werden müssen. Auch die Sicherungsmaßnahmen für den Transport sind umfassend geregelt. Wenn aber die Anzahl der Diebstähle von legalen Schusswaffen derart steigt, müssen wir genau nachvollziehen können, wo und unter welchen Umständen die Waffen gestohlen werden, um hier bessere Sicherungsregelungen zu finden. Auch sollten wir die Versicherungsmodalitäten für Schusswaffen überdenken, wenn Waffenbesitzern nach einem Diebstahl die Waffe nicht einfach ersetzt wird, wird jeder Einzelne sicherlich noch besser auf seine Schusswaffen achten“, so Kamann abschließend.